Madelaine Linden - 2006  

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The wall

"Everything Jewish"
Hommage Elias Canetti

In search of identity




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„Seit meiner Kindheit war ich von Fotographie fasziniert, und hatte mit 12 schon mein erstes eigen erstelltes Fotoalbum. Damals schnitt ich Fotos aus, komponierte darin Szenen wie ich sie mir wünschte, schnitt Leute raus, die ich nicht haben wollte und verzierte die Seiten mit allerlei Ausgeschnittenem. Ich habe so mein Leben dokumentiert, die Kamera war meistens dabei, als private Reportage. Ich sammelte Menschen.
 

Ich fing 1989 an zu malen, Fotografieren war ja nur ein Hobby. Allerdings, seit der Digital- Fotografie und die Möglichkeit, Fotos am Computer zu bearbeiten, ließ mich dieses nicht mehr los. Erst waren es nur Kleinigkeiten, die ich aus Spaß korrigierte. Dann, habe ich bestimmte Teile für meine Collagierten Bilder fotografiert und dann entsprechend erstellt. Meine ursprünglichen „objet trouvé“-Collagen wurden immer mehr intentional.   Die natürlichen Grenzen zwischen Malerei und Fotografie vermischten sich immer mehr indem ich den Computer eher als Pinsel und Farbtopf verstand und nutzte. Die ausgedruckten Bilder habe ich auf Leinwände gebracht, sie weiter mit Acryl bearbeitet und so wurden sie zu Gemälden.

Diese Art der Arbeit erlaubt mir meinen Blick für das skurrile, surreale gar unmögliche darzustellen. Am Computer kann ich in Schichten arbeiten, die unmögliche Szenerien und Perspektiven erlauben. Manche Situationen sind völlig inszeniert, manche ergeben sich wie meine Bilder zuvor, spontan.  

Meine Fotocollagen sind ebenfalls Reportagen, wie im Fall einer Israel-Reise. Ferner erlaubt mir diese Arbeitsansatz, schwere Themen wie Religiosität, Sinnlosigkeit auf vielschichtige Art zu bearbeiten, bald virtuell, bald reell, auf eine manchmal ironische manchmal stille Art dar zu stellen. Selten nehme ich die Fotos mit dem fertigen Bild im Kopf auf. Sie entstehen durch das zusammenfügen gesammelter Postkarten-Ausschnitte, Pamphlete, Leporellos, Zeitungs-Ausschnitte. Diese Ausschnitte sind auch entweder virtuell oder materiell. Die Texte sind Aussagen von Elias Canetti bis Maxim Biller über unbekannten Personen oder von mir. Sind diese Bilder Fiktion?“