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Vom Lastkran,
der eine Schiffssirene
sein wollte
Wo die großen Frachter liegen und am
Kai wenn's abends dunkelt Ratten
um die Ecke biegen Hafensilhouette funkelt,
steht ein
Kran mit steifem Rücken.
Ach - zuwider ist ihm
diese Plackerei tagaus, tagein. Still träumt er sich aus
der Krise, möcht' viel lieber Sänger sein.
Denkt's
bei sich und reckt den Arm
starr in blauen
Abendhimmel. Lauscht den Wellen stundenlang, aus dem
Hafen tönt Gebimmel, und von fern erklingt Gesang -
der
Sirenen sanftes Tuuuuuten.
Ach, wie schön wär's doch -
denkt er - wenn ich 'ne Sirene wär, wenn ich eine
herrlich fette, tiefe warme stimme hätte,
nicht so
krächzend wie die meine.
Plötzlich hört er in der
Nähe schüchtern flüsternd ein Getute: "Oh, wie schön
bist du", und ehe er noch weiß, wie ihm zumute,
schaut ihn
aus 'nem Schlepperkahn
eine Schiffssirene an, und
bewundernd flötet sie: "Solche Kraft sah ich noch nie!" Staunen schwingt in ihrer
Stimme.
Er kann's
überhaupt nicht fassen,
augenblicklich geht's ihm
besser, alle Trübsal ist verflogen - sie umschmeichelt ihn
noch kesser sagt, wie sehr sie ihm gewogen.
Und der
Kran, er macht sich grade,
stolz reckt er das Haupt und sagt
sich: Ja, Sirene hat wohl recht, stark wie ich ist kaum
ein andrer und die Wunderbare mag mich.
Kran sein
ist, weiß Gott, nicht schlecht :-)
Herbst
2001
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