Pim Pim
habe ich in der Autoren - Coi im Cycosmos kennengelernt. Dort hieß er
zamPalo. Er war ein Wanderer - die Cycosmos Community kannte ihn
nicht lange halten. Später trafen wir uns zufällig in der Blaupause
wieder. Ich hatte lange nichts mehr von ihm gehört, bis ich vor kurzem
plötzlich einen Eintrag von ihm in meinem Gästebuch fand. Er
war zufällig im Netz auf meine Seite gestoßen. Die
Geschichte 'Der Unterschied' beinhaltet für mich eine Erinnerung. Beim
Autoren-Chat wurde über das Thema "Farbe in der Malerei"
diskutiert. Pim flog aus technischen Gründen immer wieder aus dem
Chat heraus. Er beschloss dann sich auf andere Weise mit dem Thema
auseinander zu setzen. Sehr klug. alles was im Chat besprochen wurde ist
Schall und Rauch. Pim hat eine Geschichte geschrieben. Das
folgende ist der Text eines Mails ,das ich ihm darauf schrieb:
Lieber zamPalo,
da kann man mal sehen,
wie aus einem unbefriedigendem Chat etwas Gutes entsteht. Gut, dass Du
gestern gegangen bist und diese Geschichte
geschrieben hast. Ich bin nicht ganz sicher, ob ich verstanden
habe, was Du damit sagen willst im
Bezug auf die unterschiedlichen Medien... Malerei
und Schreiben. Aber Deine Geschichte ist schön und man kann seine
eigenen Gedanken daran weiterspinnen.
In einem Punkte bin ich
aber genau Deiner Meinung - oder Turis Meinung - Perfektion tötet die
Kunst. Im Falle Deiner Geschichte wurde das Ziel
auf spielerische Weise erreicht ... das ist sicher ein Weg. Aber
auch die Bemühung, der Kampf etwas gut machen zu wollen, kann als
Ergebnis Kunst hervorbringen oder Stümperei... Was mir unerträglich ist,
ist die Langeweile die sich
aufgrund von Routine einstellt.
Bleib uns erhalten....es
macht Spaß Dich zu lesen.
Grüß Dich
madonna |
.
Der Unterschied
Drei Holzbälle jeder. Und Farbe. So das sie ihre Kunst beweisen und man den
Größeren von ihnen erkennen könne. Turi war es, der zuerst einen seiner
Bälle anstarrte, auf das ihm ein Gedanke käme, sein Werk zu beginnen. Huri
jedoch, nahm erst einen Ball und tauchte ihn in rote Farbe, dann nahm er
den zweiten und tauchte ihn in blaue Farbe, den dritten aber färbte er
gelb. Und während Turi anfing seinen ersten Holzball mit feinsten Pinselstrichen und den leuchtendsten Farben zu bemalen, legte Huri seine
Bälle zum trocknen und begann eine Geschichte zu erzählen.
Und er erzählte von längst vergangenen Zeiten. Er erzählte von einer
kleinen Stadt und von einem jungen Mann. Einem jungen Mann der in der
Eintönigkeit und Langeweile der Stadt gefangen war und doch auf Großes wartete.
Und während er erzählte wurde Turi unzufrieden mit seiner Arbeit. Turi sah,
das er Muster von nie gesehener Feinheit geschaffen hatte, doch es war ihm
noch nicht genug. So legte er seinen ersten Ball bei Seite und begann mit
dem zweiten.
Huri jedoch fuhr fort seine Geschichte zu erzählen. "Der junge Mann war ein
Maler" sprach er, "und er übte sich an den Dingen der Stadt um für die
großen Dinge von denen er träumte gewappnet zu sein. Er zeichnete die
Bauern bei der Arbeit, die Landsknechte mit ihren Pferden, die Mädchen wenn
sie auf den Plätzen tanzten. Und er hatte einen Freund."
Und während Huri erzählte, wie der Maler seinem Freund zeigte, die Röcke
der Mädchen zu malen, das sie auf der Leinwand noch zu fliegen scheinen,
und wie Traurigkeit in die Augen der Pferde zu bringen sei die schwere
Lasten ziehen, so wurde Turis zweiter Ball immer schöner und Turi immer
unzufriedener und er legte auch diesen fort.
Und Turi nahm den dritten Ball und machte sich erneut ans Werk. Doch Huri
sprach: "Die großen Dinge kamen in die kleine Stadt. Ein Krieg überzog das
Land und die Stadt sah bunte Reiter, siegende Könige und sterbende Kämpfer.
Doch der Maler sah sie nicht. Er stürzte unglücklich auf der Straße und kam
unter die Hufe eines Pferdes. Doch starb seine Kunst nicht ganz mit ihm,
denn sein Freund hatte ihm gut zugehört, wenn er auch nur wenig gelernt und
noch weniger geübt hatte. Die Zeiten vergingen und mit ihnen die Könige.
Und der Maler war längst vergessen, da wurde in altem Gemäuer einer kleinen
alten Stadt die Zeichnungen des Malers gefunden, von einem kundigen Mann."
So sprach Huri und Turis Herz lachte denn seine Hände vollbrachten an dem
dritten Ball endlich alle Kunst zu der sie fähig waren. Sein Werk war
fertig und vorsichtig legte er es fort um die Farbe trocknen zu lassen.
"Was passierte dann" fragte er Huri, denn inzwischen nahm er Anteil an dem
Schicksal des Malers.
Und Huri erzählte, wie der Kundige die Zeichnungen von dem altem Papier
kratzte um darauf zu dicke Pferde mit traurigen Augen und zu dralle Mädchen
mit fliegenden Röcken zu malen, im Stile eines alten Meisters, dem vor ein
paar hundert Jahren zwar jemand den Ausdruck, niemand aber das Malen
beigebracht hatte. Und er verkaufte diese Bilder im Namen des alten Meisters und wurde ein reicher Mann.
Turi gefiel das Ende der Geschichte nicht, doch konnte er nicht mit Huri
darüber reden, denn die Zeit der Entscheidung war nahe. Und voll Mitleid
sah er auf die Bälle Huris, die einfach nur in Farbe getaucht waren. So
gingen beide zur Jury.
Turi zeigte zuerst was er vollbracht hatte. Und die schillernden Farben und
die Tiefe des Lacks ließen den Holzball leuchten wie einen Edelstein. Nein,
schöner noch, leicht wie einen Tautropfen, in dem sich das Licht der
Frühlingssonne bricht. Und keiner konnte glauben das dieses wundersame Werk
nur Holz und Farbe war. Und schon wollten sie ihn zum Sieger küren, da
erinnerten sie sich Huris, der auch noch gesehen werden sollte.
Huri jedoch nahm seine drei Bälle und wirbelte sie durch die Luft. So
schnell, das man sie fast nicht mehr sehen konnte. Und vor den Augen der
Jury entstanden dort, wo nacheinander jeder Ball einmal vorbei flog, die
Bilder von Geschichten die jeden rührte.
Doch kurz bevor die Geschichte zu Ende kam, ereilte Huri ein Missgeschick.
Ein Ball fiel auf den Boden und die anderen folgten ihm. Und Turi sah die
Tränen in den Augen der Menschen, die so aus ihren Träumen gerissen wurden.
Doch diese sahen nun auf dem Boden die Einfachheit Huris Bälle und wandten
sich ab von Huri, zu Turi hin.
Turi jedoch hatte als einziger erkannt, wer der Sieger des Wettstreits war.
Und er sagte: "Der Unterschied zwischen Handwerk und Kunst ist Perfektion."
Alle klatschten lauten Beifall, doch war keiner dabei der Turi verstanden
hatte.
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