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Begegnungen der besonderen Art

Katarina Cuellar / ariadna



tagesrest 


ein tiefweiblicher reim 
hängt in den blattspitzen 
wie ein vergesser tropfen tau 

durch das fenster ist alles verheißungsvoll 
eine gemusterte tischdecke 
oder eine gefährdete ehe 

sehnsucht ist ziellos wie atem 
das einzige was wir von ihr wissen 
ist dass sie nachts tanzt 



LYRIK

PROSA

 

Liebe und Langeweile

Deine Müdigkeit 

Die Flammen

Nadeshda 

Blatt

fiktive antwort auf fiktiven brief



Offener Brief an madonna

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




 


Ein seltsames Rencontre war das, meine erste Begegnung mit 'ariadna',  Ein echtes Dreieck. Quoth stellte  uns einander vor, im Forum - virtuell.
Es gab keinen Chat sondern  nur sich kreuzende Zweierkontakte. Quoth und ich - Katja und ich - Katja und Quoth.  Und mit jedem gab es andere Gesprächsthemen. Dazu drohte das Forum abzustürzen, die Icons wackelten und verschwanden von der Bildfläche. Katja und ich schwatzten über Kunst - Quoth versuchte hin und her Informationen zu übermitteln, der einen die Vorzüge der anderen  darzustellen und nach beiden Seiten Charme zu versprühen,  so eifrig,  wie ein Maître de plaisir in einem Stummfilm. 

Am nächsten Tag fand ich einen Offenen Brief an madonna im Forum, der mich etwas verstörte. Sie selbst blieb danach fast ein Jahr fern. Ich konnte mir keinen Vers darauf machen. Später erfuhr ich, daß sie in einer Ausbildung war und lange Zeit keinen eigenen Internetzugang hatte. 

Ich fand ariadna symphatisch , wurde aber  nicht so richtig schlau aus ihr, stellte mir eine etwas kapriziöse, sehr belesene junge Frau vor. Ihre Belesenheit und die scheinbaren  Leichtigkeit, mit der sie alles, aber  auch alles, anging beeindruckte mich. Vor allem staunte ich über ihr unbefangenes  Urteil in Bezug auf Texte. Sie schien sich niemals unsicher zu sein - ganz anders als ich damals.  Dazu ihre Fertigkeit in drei Sprachen, Spanisch, Französisch und Englisch, und wie sie zwischen den Kulturen jonglierte, machte mich fast ein wenig neidisch. Ihr Texte waren ambitioniert, anspruchsvoll, ungewöhnlich, ihre Hingabe an die Literatur leidenschaftlich und ihre Meinung unverblümt direkt. Ich schlich um ihre Texte herum und traute mich anfangs nicht,  etwas dazu zu sagen. 

Später bei unserer  ersten realen Begegnung war ich erstaunt darüber, wie  schüchtern sie auf mich wirkte obwohl wir inzwischen einen lebhaften Austausch gehabt hatten. - Die Schüchternheit hat sich gegeben.  Wir haben einander seitdem mehrmals gesehen und gegenseitig besucht. Es ist eine Vertrautheit entstanden, die ich zu Beginn unserer Bekanntschaft nicht für möglich gehalten hätte. 

Auf den nächsten Seiten einige  Gedichte und Erzählungen von ariadna.


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